|
Lanzarote
ist die nordöstlichste der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean.
Sie liegt rund 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und
1000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Die Insel hat eine
Fläche von 845,5 km² und 116.782 Einwohner (ISTAC, 2004), was einer
Bevölkerungsdichte von 120 Einwohnern pro km² entspricht. Die Hauptstadt
der Insel ist Arrecife, die Landessprache spanisch. Die Kanaren
gehören zum Hoheitsgebiet Spaniens,
bilden zusammen eine seiner 17 autonomen Regionen und gehören seit
1996 zur EU. Lanzarote hat wie alle anderen Inseln einen eigenen
Inselrat (cabildo insular) und gehört zur Provinz Las Palmas.
Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO
zum Biosphärenreservat erklärt.
|
Inhaltsverzeichnis
- 1
Gemeinden
- 2
Geographie
- 3
Geologie
- 4
Klima
- 4.1
Niederschläge
- 4.2
Wasserversorgung
- 4.3
Wetterphänomene
- 5
Flora und Fauna
- 6
Geschichte
- 6.1
Erste Berichte durch Griechen und Römer
- 6.2
Die Wiederentdeckung durch Araber und Europäer
- 6.3
Die Unterwerfung durch Europäer
- 6.4
Naturkatastrophen im 18. Jahrhundert
- 7
Persönlichkeiten
- 8
Sehenswürdigkeiten
- 9
Verkehr
|
Gemeinden
Lanzarote
ist in sieben Gemeindegebiete aufgeteilt:
- Arrecife
- Teguise
- Haría
- San
Bartolomé
- Tías
- Tinajo
- Yaiza
Geographie
Lanzarote
misst von Nord nach Süd 60 Kilometer und ca. 25 Kilometer an der
breitesten Stelle. Im Süden von Lanzarote liegt in 11 Kilometer
Entfernung die Insel Fuerteventura,
und im Norden der Archipel chinijo mit den kleinen Inseln
La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque
del Este. Von den insgesamt 213 Kilometern Küste sind 10 Kilometer
Sand- und 16,5 Kilometer Kiesstrand, der Rest besteht aus Felsenküste.
Die Insel besitzt zwei Gebirgszüge. Im Norden der Insel steigt das
Famara-Massiv auf 671 Meter ü. NN an, und im Süden die Los Ajaches
auf 608 Meter ü. NN. Südlich des Famara-Massivs schließt sich die
Sandwüste von El Jable an, die das Famara-Massiv von den
so genannten Feuerbergen (Montañas del Fuego) des Timanfaya-Nationalparks
abtrennt. Im Timanfaya-Gebiet ereigneten sich zuletzt von 1730 bis
1736 und 1824 starke Vulkanausbrüche, die große Teile des fruchtbarsten
Ackerlandes und mehrere Dörfer und Gehöfte mit zusammen etwa 420
Häusern unter sich begruben. Der Rest der Insel ist durch eine Hügellandschaft
geprägt, die durch markant aufragende Vulkankegel unterbrochen wird.
Geologie
Lanzarote
ist eine Insel vulkanischen Ursprungs. Vor rund 35 Millionen Jahren
bildeten wiederholte unterseeische Vulkanausbrüche den Sockel der
Insel. Vor 19 Millionen Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche
hinaus. Alfred Wegener lieferte 1912 mit der Theorie der Kontinentaldrift
das erste Erklärungsmodell für die Entstehung der Kanarischen Inseln.
Demnach entwickelten sich die Inseln beim Auseinanderbrechen der
afrikanischen und amerikanischen Platte. Durch unterseeische Messungen
konnte belegt werden, dass Lanzarote und tFuerteventura
die Entstehung der Kanarischen Inseln. Demnach entwickelten sich
die Inseln beim Auseinanderbrechen der afrikanischen und amerikanischen
Platte. Durch unterseeische Messungen konnte belegt werden, dass
Lanzarote und Fuerteventura
gemeinsam auf der afrikanischen Kontinentalplatte ruhen.
In den sechziger Jahren wurde die Drift-Theorie von Wegener durch
das moderne Modell der Plattentektonik ergänzt. Demnach soll das
Fundament der Insel an einer Stelle liegen, an der sich der ausdehnende
Atlantikboden gestaucht und gefaltet hat. Ansätze das Entstehen
der Kanarischen Inseln mit der Hot Spot-Theorie in Einklang zu bringen
scheiterten. Obwohl die Kanarischen Inseln von Osten (Lanzarote)
nach Westen (El Hierro)
hin immer jünger werden, konnten die jungen Vulkanausbrüche 1730
- 1736 (viele Millionen Jahre nach der Entstehung der Insel) auf
Lanzarote nicht mit diesem Modell erklärt werden. Zu diesem Zeitpunkt
hätte die aktive Magmakammer des Hot Spots viel weiter westlich
im Bereich der Insel
La Gomera liegen müssen.
Klima
Lanzarote
besitzt ein ganzjährig mildes und niederschlagsarmes Klima. Die
Tagestemperaturen bewegen sich im Sommer zwischen 30 °C bis 35 °C
am Tag und ca. 20 °C in der Nacht. Im Winter schwanken die Temperaturen
zwischen 20 °C bis 25 °C am Tage und ca.13 °C bis 16 °C in der Nacht.
Lanzarote liegt in der Passatzone, was dazu führt, dass auf der
Insel ganzjährig frische Winde aus Nord bis Nordost wehen und die
zum Teil hohen Sommertemperaturen erträglich machen. Die Wassertemperatur
des Atlantischen Ozeans schwankt zwischen 22 °C im Sommer und 17
°C im Winter.
Niederschläge
Die
höchsten Niederschläge fallen im Dezember und Januar. Mit nur 135
bis 250 mm Niederschlag pro Jahr ist Lanzarote die trockenste der
Kanarischen Inseln. Im gebirgigen Norden der Insel fallen im Famara-Massiv
mehr Niederschläge als im Süden. Hier treffen die vom Atlantik kommenden
nordöstlichen Passatwinde auf die rund 600 Meter hohe Steilwand
des Famara-Massivs, stauen sich und werden zum Aufstieg gezwungen.
Die feuchte Atlantikluft kühlt während des Aufstiegs um 1 °C pro
hundert Meter ab (trockenadiabatische Abkühlung). Da die kühlere
Luft jedoch weniger Wasserdampf speichern kann, die absolute Menge
an Wasserdampf aber gleich bleibt, kondensiert der Wasserdampf,
wenn die Sättigungsgrenze erreicht ist. Es entstehen Wolken, beziehungsweise
Nebel. Die Feuchtigkeit aus den Wolken reicht aus, um in diesem
Gebiet Landwirtschaft zu betreiben. Hier wird noch die Zwiebel,
eines der wenigen landwirtschaftlichen Güter, angebaut. Die Feuchtigkeit
reicht ebenfalls aus, um im Tal der 1000 Palmen in der Gegend um
Haría einen für Lanzarote ungewöhnlichen Anblick zu schaffen. Mit
den vielen Palmen (kanarische Dattelpalme, Phoenix canariensis)
und der besonders im Frühling üppigen Vegetation findet man in diesem
Tal eine "grüne Oase" auf der ansonsten sehr vegetationsarmen
Insel.
Wasserversorgung
Die
Wasserversorgung stellte auf der niederschlagsarmen Insel schon
immer ein Problem dar. In der Vergangenheit wurde der Niederschlag
in großen Zisternen gesammelt. Ein weiterer Anteil von rund 25%
des Wasserbedarfs wurde in den 50er Jahren durch wasserführende
Stollen im Famara-Massiv gedeckt. Von den sieben wasserführenden
Stollen wurden 1950 vier genutzt, heute wird nur noch ein Stollen
genutzt, da sinkende Grundwasserstände zu einem Nachdrücken von
schwererem Meerwasser und damit zu einer Versalzung (Brackwasser)
des Grundwassers geführt haben. Durch den in den 50er Jahren einsetzenden
Tourismus stieg der Wasserbedarf auf Lanzarote sprunghaft an, so
dass mit Tankschiffen Wasser von den Nachbarinseln Teneriffa
und Gran
Canaria auf die Insel transportiert werden musste. 1964
wurde dann nördlich von Arrecife die erste Anlage zur Entsalzung
von Meerwasser gebaut, die in den folgenden Jahren ständig erweitert
wurde und noch heute in Betrieb ist. Die Herstellung von Süßwasser
in Meerwasserentsalzungsanlagen stellt ein ökologisches Problem
dar. Für 100 Liter Süßwasser werden ca. sieben Liter Erdöl verbrannt.
Im Durchschnitt verbraucht jeder Tourist auf den Kanaren
pro Tag ca. 586 Liter Wasser, die einheimischen Einwohner jedoch
nur 157 Liter Wasser pro Tag.
Wetterphänomene
Auf
Lanzarote, wie auch auf den anderen Kanarischen Inseln, kommt es
mehrmals pro Jahr zu einer besonderen Wetterlage, wenn über der
Sahara Staubpartikel (Aerosole) durch Sandstürme und starke Thermik
bis in große Höhen transportiert werden. Mit südöstlichen Winden
werden diese Aerosole dann weit auf den Atlantik hinaus transportiert.
Während solcher Wetterlagen sinkt die Sichtweite auf der Insel bis
auf wenige 100 Meter ab. Die Luft ist dann voller Staub und der
Himmel erscheint in einem schon fast unwirklichen Rot- bis Braunton.
Der hohe Gehalt an Aerosolen in der Luft führt dazu, dass der Luftverkehr
eingestellt wird, da die Staubpartikel die Triebwerke moderner Flugzeuge
zerstören können. Von den Einheimischen (Lanzaroteños) wird dieser
heiße Südostwind Levente genannt. Während dieser Wetterlage können
die Temperaturen zeitweise bis auf 40 °C ansteigen.
Levente
ist nicht ganz passend für diesen "Sturm", auf den Kanaren
wird er Calima genannt. Tritt ein Calima ein kann sich die Sicht
bis auf wenige METER beschränken. Sehr oft ist von einem Wind nichts
zu spüren, der Sand liegt in der Luft und es wird dementsprechend
heiß.
Flora
und Fauna
Lanzarote
besitzt aufgrund der geringen Niederschläge eine karge Flora. Bisher
wurden rund 500 Arten auf der Insel gefunden, darunter auch siebzehn
endemische Arten, die nur auf den Kanarischen Inseln vorkommen.
Flechten sind die Pioniere bei der Besiedlung des jungen Lavagesteins.
Bisher wurde 180 unterschiedliche Flechten gezählt. Die Flechten
besiedeln als erste Lebensform das Gestein und leiten dessen Verwitterung
ein. An Stellen, wo die Verwitterung schon weiter fortgeschritten
ist, wachsen Euphorbien (Wolfsmilchgewächse). Diese Pflanzen haben
sich in erstaunlicher Weise an die Wasser- und Nährstoffarmut angepasst,
genauso wie die Sukkulenten, die ebenfalls häufig auf Lanzarote
anzutreffen sind. Im feuchteren Norden ist die Artenvielfalt größer.
Hier findet man die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis),
verschiedene Farnarten, Kanarische Kiefern (Pino canariensis)
und vereinzelt den wilden Ölbaum (Olea europaea). Nach den
winterlichen Regenfällen erwacht im Februar und März die Vegetation
im Norden zu einem farbenprächtigen Blütenteppich, und verwandelt
die wüstenähnliche Landschaft in einen grünen Teppich. In der Vergangenheit
sollen Lorbeerwälder die Hochflächen des Risco de Famara bedeckt
haben. Ein kleiner Rest dieses Waldes befindet sich noch heute an
der höchsten Stelle der Famara-Steilküste.
Die
Tierwelt fällt auf Lanzarote noch eintöniger aus als die Pflanzenwelt.
Außer der Fledermaus gelangten alle anderen Säugetiere durch den
Menschen auf die Insel, darunter auch Dromedare, die als Arbeits-
und Lasttiere sehr gefragt waren, da sie perfekt an die Umweltbedingungen
auf der Insel angepasst waren. Heute werden diese Tiere nur noch
im Tourismus eingesetzt. Die Vogelwelt der Insel ist vielfältiger,
es gibt rund 35 Arten, darunter der sehr seltene Eleonorenfalke,
aber auch Wanderfalken und Fischadler. Auch unter den Reptilien
findet sich eine endemische Art, die Eidechse Gallotia atlantica,
die vornehmlich im Inselnorden vorkommt. Eine außergewöhnliche Besonderheit
ist der kleine Albinokrebs (Remipedia), der in der unterirdischen
Lagune von Jameos del Agua vorkommt. Diesen Krebs findet man ansonsten
nur in einer Wassertiefe von mehreren tausend Metern. Er wurde vermutlich
bei einem Vulkanausbruch in die Höhle gespült, und konnte dort bis
heute überleben.
Das
Weinanbaugebiet La Geria ist ein Naturschutzgebiet, und vor allem
für seine traditionelle Anbaumethode bekannt. Auf dem Weinfeld wird
Lavagestein aufgeschüttet, sodass sich für jede Rebe ein Trichter
bildet. Eine Steinwand in Hufeisenform bietet Schutz gegen den Wind.
Diese Anbauweise wurde zum Weltkulturerbe ernannt.
Geschichte
Durch
die Nähe zu Afrika und dem europäischen Kontinent war Lanzarote
wohl die erste Kanarische Insel, die besiedelt wurde. Es wird vermutet,
dass die Phönizier bereits um 1100 v. Chr. die Insel besucht haben.
Auch die griechischen Schriftsteller und Philosophen Herodot, Platon
und Plutarch berichten vom Garten der Hesperiden, vom Land der Fruchtbarkeit,
wo Obst und Blumen in der Brise des Atlantiks duften und Homer schreibt
im vierten Gesang der Odyssee von einem paradiesischen Ort. Es ist
aber unklar, ob es sich bei diesen Beschreibungen nur um Dichtung
handelt, oder ob konkret die Kanaren
gemeint waren. Die ersten verlässlichen Aufzeichnungen stammen
von Plinius dem Älteren, der in seiner enzyklopädischen Naturkunde
Naturalis Historia von einer Expedition zu den Kanarischen Inseln
berichtet. In dieser Aufzeichnung werden erstmals Namen für die
Insulae Fortunatae (Inseln der Glückseligen) vergeben: Canaria
(Gran Canaria),
Ninguaria (Teneriffa),
Junonia Mayor (La Palma)
und Capraria (El Hierro).
Man glaubt, dass Fuerteventura
und Lanzarote miteinander verbunden waren, denn beide, und
auch Los Lobos, werden nicht einzeln erwähnt, jedoch ein Archipel.
Nach den dort gefundenen Pflanzen, bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit
um die Färberflechte (Rocella tinctoria) handelte, werden sie "Purpur-Inseln"
genannt. Archäologische Funde, die auf das 1. Jahrhundert v. Chr.
datiert werden konnten, belegen die Anwesenheit der Römer auf Lanzarote.
Die
Wiederentdeckung durch Araber und Europäer
In den
nachfolgenden Jahrhunderten geraten die Kanaren
nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs wieder in Vergessenheit,
und werden im Jahr 999 n. Chr. durch Ben Farroukh wiederentdeckt.
Die Araber gaben den Inseln den Namen Al Djezir al-Khalida
(Glückliche Inseln) und lehnten sich damit an den Namen der Römer
an. Im Jahr 1336 stach von Lissabon aus eine Flotte unter der Führung
von Lanzarote da Framqua alias Lancelotto Malocello
in See, um das damalige Ende der Welt zu erforschen, das zu jener
Zeit vor der nordwestafrikanischen Küste lag. Jenseits dieses Punktes
sollten Seeungeheuer und die Höllenglut der Sahara ein Überleben
unmöglich machen. Lancelotto Malocello umsegelte das Kap der Angst
(Kap Bojador) nie, entdeckte aber die Kanarischen Inseln erneut,
und ließ sich auf Lanzarote nieder. In der Nähe der heutigen Stadt
Teguise baut er auf dem Montaña de Guanapay ein kleines
Fort. Wieder in Portugal angekommen, erreicht er es, dass die von
ihm entdeckte und in Besitz genommene Insel in der Weltkarte des
Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet
wird. Seither trägt Lanzarote seinen Namen.
Die
Unterwerfung durch Europäer
Angelockt
durch wertvolle Rohstoffe wie Orseille (rote Färberflechte) und
Sklaven, unternahm Jean de Béthencourt 1402 eine private Expedition
zu den kanarischen Inseln. Er ging im Süden Lanzarotes, bei den
Papagayo-Stränden an Land, und konnte den einheimischen Inselkönig
Guardafia davon überzeugen, mit ihm friedlich zusammen zu
arbeiten, in dem er ihm Schutz vor portugiesischen und spanischen
Menschenhändlern anbot. Dies war aber eine Täuschung, da Béthencourt
den Frieden nutzte, um die anderen Inseln zu erobern. Er stellte
aber bald fest, dass seine Ausrüstung und die ihm zur Verfügung
stehenden Soldaten nicht ausreichten, die Kontrolle über alle Inseln
zu erlangen. So kehrte er 1404 mit der Unterstützung des spanischen
Königs [[Heinrich III.|Heinrich III.]] gut ausgerüstet nach Lanzarote
zurück, und kämpfte einen Aufstand der Guanchen blutig nieder. Sein
weniger erfolgreicher Neffe Maciot de Béthencourt wird als
sein Stellvertreter auf Lanzarote bleiben. Er nimmt sich die Tochter
namens Teguise des bisherigen Herrschers Guardafia zur Lebensgefährtin,
und benennt den damaligen Ort Acatife nach ihr. Anschließend
eroberte Jean de Béthencourt die Inseln Fuerteventura,
La Gomera
und El
Hierro. In den nachfolgenden Jahren ist die Geschichte
Lanzarotes durch immer wiederkehrende Überfälle von Piraten gekennzeichnet.
Der schlimmste ereignete sich im Jahr 1618, als die Piraten Jabán
und Solimán das Versteck der Einheimischen in den Höhlen
der Cueva de los Verdes entdeckten, und rund 1000 Inselbewohner
gefangen nahmen, um sie anschließend auf dem afrikanischen Sklavenmarkt
zum Verkauf anzubieten.
Naturkatastrophen
im 18. Jahrhundert
1730
kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September
bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane.
Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo
Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten
insgesamt 2.053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die
Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter
die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte.
Statt dessen entstanden an dieser Stelle hundert neue Vulkane, die
den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben.
Anfangs war es den Inselbewohnern, unter Androhung von Strafe, verboten
die Insel zu verlassen, da die Inselführung befürchtete keine Arbeitskräfte
mehr zur Verfügung zu haben. Die Versorgung mit Lebensmitteln verschlechterte
sich aber zusehends, so dass der Hälfte der Bevölkerung erlaubt
wurde auf die Nachbarinsel Gran
Canaria auszuwandern. 1768
kam es zu einer Dürrekatastrophe, nachdem die Winterniederschläge
mehrere Jahre lang nicht fielen. Die Dürre forderte zahlreiche Tote,
viele Bewohner wanderten auf die Nachbarinseln oder nach Cuba und
Amerika aus. Im Jahre 1824 kam es zu einem erneuten Vulkanausbruch
im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so schlimm war
wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. 1974 wurde hier der
Timanfaya-Nationalpark gegründet.
Persönlichkeiten
Der
Künstler César Manrique trug entscheidend zur Gestaltung der Insel
bei. Manrique hat es sogar erreicht, dass außer einem Hochhaus in
der Hauptstadt Arrecife, kein Gebäude auf der Insel höher als zwei
Stockwerke gebaut werden durfte, und somit die Insel nicht für den
typischen Massentourismus geeignet war. Dieser Entwicklung hat sich
seit einigen Jahren zunehmend verändert, so dass in Richtung der
wunderschönen Papagayo-Strände nun ebenfalls höher gebaut
wird.
Sehenswürdigkeiten
- El
Golfo, halb versunkener Krater mit einer Lagune
- Montañas
del Fuego, Feuerberge im Timanfaya-Nationalpark
- Papagayo-Strände
- Salinas
del Janubio
- Jameos
del Agua, Kunstwerk César Manriques in Lavahöhlen
- Los
Hervideros, südliche Lavaküste
- Mirador
del Rio, nördl. Aussichtspunkt von César Manrique
- Cueva
de los Verdes, längster Lavatunnel der Welt
- La
Gería, Weinanbaugebiet
- Jardín
de Cactus, Kakteengarten von César Manrique in Guatiza
- Fundación
César Manrique, Stiftung und Museum in Tahiche
- Castillo
de Santa Barbara in Teguise
- Castillo
de San Gabriel und Castillo de San José in Arrecife
halb im Meer versunkener Krater El Golfo
|
Durch Algen grün gefärbte Lagune im Krater El Golfo
|
Jameos del Agua, Kunstwerk César Manriques
|
Jardín de Cactus von César Manrique
|
Insel La Graciosa, vom Mirador del Rio gesehen
|
Vulkankegel im Timanfaya-Nationalpark
|
Teilweise geschlossener Vulkankegel, Timanfaya
|
Lanzarote im Süden, Papagayo-Strände
|
Verkehr
Bei
Arrecife liegt der Flughafen Lanzarote.
|