El
Hierro
El Hierro, die kleinste der kanarischen Inseln,ist mit einer Vegetation
voller überraschender Licht- und Farbspiele ideal für
Wander- und Alternativtouristen
Die Insel El Hierro ist mit 278 km² die kleinste
der Kanarischen Inseln. Sie liegt im westlichen Zipfel des Archipels
und ist auch die malerischste aller Inseln. Sie hat sich bisher
immer fernab der großen Tourismusindustrie gehalten, bietet
aber heute einen breiten Fächer an Freizeitmöglichkeiten,
die ihren traditionellen Ruf als abgelegener Ort, in dem man nur
wandern und ausruhen kann, widerlegen. Das touristische Angebot
vereint heute die alten Volksfeste der Insel mit Sportarten wie
Paragliding und Tauschen.
El Hierro bietet trotz ihrer kleinen Fläche eine überraschende
Vielfalt an vulkanischen Landschaften, dichten Wäldern, abrupten
Steilküsten und natürlcihen Meeresschwimmbädern,
gewürzt mit unwirtlichen Winden und menchlicher Wärme.
In wenigen Minuten kommt man von den nebligen Wiesen, auf denen
die Kühe weiden, zu leblosen Lavafeldern, in denen sich nur
inige endemische Sukkulentenarten wie z.B. "Aeonium ciliatum"
zwischen den schwarzen Lavasteinen durchsetzen können.
Im 2. Jahrhundert unserer Zeit hat Ptolomeus den "Nullmeridian"
in den westlichen Zipfel der Insel gelegt: hier befand sich das
Ende der bekannte Welt.Danach kam nur noch der weite Ozean, die
Leere. Daran hielt man fest, bis der Meridian im Jahr 1883 nach
Greenwich verlegt wurde. Es bleibt aber noch ein Flair vom "Ende
der Welt" auf der Insel bestehen, das man spüren kann,
wenn der Wind durch die alten Wacholderbäume von El Sabinar
pfeift, die leichte Brise die prachtvollen kanarischen Kiefern
von El Morcillo streichelt oder wenn man die mehr als 500 Vulkankegel
betrachtet, die sich zum offenen Himmel hin strecken.
Ländlicher Tourismus
Die größte touristische Attraktion in diesem versteckten
kanarischen Winkel ist eindeutig die Landschaft. Das Feingefühl
der knapp 10.000 Bewohner, mit der sie ihre malerische Umgebung
erhalten, bietet den Fotografen eine unerschöpfliche Quelle
an bezaubernden Bildern. El Hierro mit einer Vegetation voller
überraschender Licht- und Farbspiele ist ideal für Wander-
und Alternativtouristen. Der Vall del Golfo ist ein Paradies für
Paraglider, die hier eine Landschaft genießen können,
welche in nichts hinter der i Güímar, teneriffa (ein
sehr beliebter Ort unter den Paraglidern), zurücksteht. Außerdem
gibt es hier keine Hochspannungstürme wie in Güímar,
die dem Paraglider dort das Fliegen schwer machen.
Das Angebot an ländlichen Häusern oder Hotels ist groß.
Es lohnt ein Besuch im Dorf Guinea, das heute zum Freiluftmuseum
umgestaltet wirde. Hier ist die Lebensweise der Ureinwohner getreu
nachgebildet: die Form und Größe der Häuser, die
Ställe - Viehhaltung war immer schon ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
der Insel - und sogar die Haushaltsgeräte.
Auf Grund seines völkerkundlichen Wertes wurde schon vorgeschlagen,
es zum Kulturerbe der Menschheit zu erklären. Die DÖrfer
Albarrada und Las Montanetas streiten mit Guinea um die Ehre,
die älteste Siedlung El Hierros zu sein; die Fachleute sind
sich noch nicht über den "Gewinner" einig.
Wenn man nach dem Besuch des Dorfes Guinea in Richtung Küste
blickt, wird man wenige Meter entfernt etwas für die Kanaren
ganz Außergewöhnliches sehen: Ananasfelder. Die Ananas,
Exportprodukt in erster Linie, hat die Versuchsphase gut überstanden
und wird jetzt efolgreich und nach ökologischen Maßstäben
angebaut.
Nicht weit entfernt von Guinea ist die Zuchtstation der Rieseneidechse
mit Schauterrarium zu besichtigen, wo Wissenschaftler sich um
die Wiederansiedlung der berühmtesten Tierart der Insel El
Hierro bemühen. Man dachte, diese Eidechsen, von denen sich
die "Bimbaches" - die Ureinwohner El Hierros - ernährten,
wären schon längst ausgestorben, bis 1975 ein Exemplar
gesichtet wurde. Diese Tiere können bis zu 70 cm lang werden
und leben an unzugänglichen Orten wie Fuga de Gorreta. Im
Terrarium hat der Besucher die Möglichkeit, etwas über
die Lebensbedingungen und die Geschichte dieses Tieres zu erfahren.
Im letzten Jahrzehnt hat eine Gruppe Freiwilliger im Tenomassiv
auf Teneriffa ähnliche Rieseneidechsen ausfindig gemacht,
die sogar noch etwas größer waren als ihre "Vetter"
aus El Hierro; eine erfeuliche Nachricht für die so einzigartige
kanarische Fauna.
Alle vier Jahre versammeln sich auf der kleinen Insel tausende
von Besuchern und gläubigen Schristen zum bekanntesten traditionellen
Fest: die so genannte "Bajada de la Virgen de Los Reyes".
Anfang Juli wird die kleine Madonnenfigur der "Virgen de
los Reyes" (Jungfrau der Könige) - Schutzpatronin der
Insel - in einer mühsamen Prozession auf den Schultern von
ihrer Kapelle bis nach Valverde getragen, begleitet von spektakulär
gekleideten Tänzern und dem unaufhörlichem Klang der
Flöten, Trommeln und Chácaras (eine Art Kastagnetten).
Die grandiose Unterwasservielfalt des Meeresschutzgebietes von
La Restinga verwandelt die südlichen Gewässer El Hierros
in ein Taucherparadies. In diesem Fischreservat, ein immenser
Naturpark unter Wasser, hat man vor kurzem viertausend junge Weißbrassen
ausgesetzt, die vom Ozeanographischen Institut der Kanarischen
Inseln in Gefangenschaft gezüchtet wurden. Es gibt auch voll
ausgestattete Taucherzentren in Timijiraque und El Golfo. Die
Unterwasserfischerei ist jedoch an der gesamten Küste verboten
- die Liebhaber dieses Sportes sollten nicht vergessen, dass die
Fischereiaufsicht von El Hierro für ihre Strenge bekannt
ist.
Am Strand vn Timijiraque kann man surfen, im Inneren der Insel
wandern, Mountainbike-Touren machen und Höhlenkunde betreiben.
Die populärste Sportart auf El Hierro ist aber der kanarische
Ringkampf. Wenn man die Kultur und di ältesten Traditionen
des Volkes El Hierro kennen lernen mñchte, sollte man sich
so einen Ringkampf nicht entgehen lassen.
Quelle: La Gaceta de Canarias
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Das
Dorf Guinea auf El Hierro
Guinea war einer der ersten Siedlungen, die auf el Hierro gebaut
wurden, zusammen mit la Albarrada las Montanetas, nach der spanischen
Besiedlung.
Es
wäre ursprünglich ein so genanntes Wanderdorf, d.h.
die Menschen wohnten normalerweise im Norden der Insel und kamen
im Sommer herunter zum Weinmachen und im Winter mit den Tieren.
Damit diese nach den winterlichen Regenfällen das Grünfutter
abgrasen konnten. Sie nutzen den Weg la Pena, dem man heute nicht
benutzen kann wegen starken Steinschlaggefahr. Das Dorf besteht
insgesamt aus 20 Häusern, die mit Trockensteinmauern gebaut
sind. Das Dach ist mit Roggenstroh gedeckt und wird mit Seilen
am Haus festgehalten, damit es beim starken Wind nicht wegfliegt.
Vier Häuser kann man in dem Museum von innen
anschauen, die so eingerichtet sind, dass sie das 17. - 20. Jahrhundert
widerspiegeln. Dort kann man genau erkennen, wie die Weiterentwicklung
der Bevölkerung el Hierros war.
Es gibt im Dort und im Umkreis ein paar Höhlen, in denen
vor der Spanischen Besiedlung die Ureinwohner den "Bachen"
wohnten. Die Spanier benutzen die Höhlen, um die Wein zu
lagern und um die Tiere unterzubringen.
Das erste Haus, was in dem Dorf Guinea zu besichtigen
ist, zeigt die Utensilien und die Möbel aus dem 17. Jahrhundert.
So sind die Wände im Innern des Hauses mit einer Mischung
aus getrocknetem Kuhmist, Asche und Wasser verputzt. Das Bett
ist aus Sardinaholz gebaut. Die Matratzen sind gefüllte Säcke
mit getrockneten Kiefernnadeln. Der Lattenrost besteht aus zwischen
den Bettseiten gespannten Seilen. Zum Beleuchten wurden bis weit
in das 20. Jahrhundert hinein, Kienspäne benutzt. Ab dem
18. Jahrhundert gab es auch Öl und aber dem 20. Jahrhundert
Petroleum, aber beides war sehr teuer, und viele Menschen konnten
sich das nicht leisten.
Joch, Sichel und Maulkörbe waren für die Arbeitstiere
(Esel, Maultiere und Ochsen) gedacht, damit sie die Körner
und Samen bei der Ackerbestellung nicht auffraßen. Tisch,
Stühle und Feuerstelle sind sehr niedrig angeordnet, weil
im 17 Jahrhundert noch in der Hocke gearbeitet wurde. Es liegt
dort ebenfalls eine Truhe aus Teakholz, aus einem Stamm herausgearbeitet,
um die Nahrungsmittel aufzuheben, da es viele Nagetiere gab. Früher
wurde mit jedem Haus auch eine Zisterne gebaut, da es wenn überhaupt
nur im Winterhalbjahr regnete. Das Wasser wurde vom Dach, vom
Wasserspeicher selbst und von Wasserrinnen den Weg in die Zisterne
geleitet und musste für das ganze Jahr reichen.
Das
zweite Haus, was zu besichtigen ist, ist aus dem 18. Jahrhundert
nachgebaut Dort gab es schon einen kleinen Garten, wo Baumwolle
angepflanzt wurde, die zum Weben gebraucht wurde. Ebenfalls befanden
sich eine weitere Kochstelle bereits außerhalb des Hauses
und ein kleiner Stall. Das Bett ist ähnlich wie im 17. Jahrhundert.
Das dritte Haus, welches zur Besichtigung freisteht,
repräsentiert das 19. Jahrhundert. Es gibt bereits Geschirr
und Porzellan, auch Nachttöpfe. Ein Bügeleisen für
glühende Holzkohle, bei den Betten gibt es jetzt bereits
einen Lattenrost.
Das vierte Haus stammt aus dem 20. Jahrhundert.
Zum Unterschied aus den anderen drei Jahrhunderten gibt es bereits
nun Aluminiumbesteck und Geschirr, Petroleum, Lampen, Fenster,
welches jedoch ein Zeichen für relativ wohlhabende Familien
ist, da das Teuerste beim Bau eines Hauses ist.
Küchen außerhalb des Hauses gibt es
vereinzelt schon ab dem 19.Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert hat
dann doch quasi jedes Haus seine Küche in einem extra Raum.
Diese wird nicht verputzt, damit der Rauch besser abziehen kann.
Im 20. Jahrhundert gibt es bereits auch Flachdächer "
Azotea", die in el Hierro mit Balken aus Tea oder Kiefernholz,
darauf eine Schicht Sabinerhölzer, oben drauf eine Schicht
Erde und Steine und zum Schluss Kalk und mit Zement gebaut wurden.
Gofio-Mühlen gibt es ebenfalls. Gofia ist
das Hauptnahrungsmittel der Ureinwohner. Damals gab es lediglich
nur Gerste und Weizen, später wurden durch die Spanier auch
andere Getreidearten eingeführt, zuerst wurden dann die Körner
geröstet, gemahlen, in dem man mit dem Stock den oberen auf
den unteren Stein drehte. Es gibt verschiedene Gofio-Rezepete.
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Echte Eidechsen (Lacertidae)
Echte Eidechsen (Lacertidae) sind eine Reptilien-Familie innerhalb
der Skinkartigen (Scincomorpha). Ihre Vertreter kommen in Europa,
Afrika und Asien sowie auf vorgelagerten Inseln vor.
Lebensraum
Die Kleine Kanareneidechse bevorzugt offene, steinige Landschaften
und lebt als Kulturfolger besonders in den kanarentypischen Natursteinmauern.
Sie ernährt sich von Früchten und kleinen wirbellosen
Tieren.
Die Kanareneidechse ist in ihrem natürlichem Lebensraum recht
häufig, wird sogar stellenweise als Plage und Ernteschädling
(besonders im Weinanbau) angesehen und von den Landwirten mit
Gift und Fallen bekämpft.
Aussehen
Weibchen und Jungtiere haben eine bräunliche Farbe mit deutlich
ausgeprägten hellen Längsstreifen, die an der Schnauze
beginnen, sich über die Augen ziehen, und dann über
Rücken und Flanken verlaufend sich bis in den Schwanz hinein
fortsetzen. Ausgewachsene Männchen sind schwarz bis dunkelbraun,
haben stets eine schwarze Kehle und einige kleine blaue Flecken.
Ernährung
Kanareneidechsen fressen, neben der für alle Eidechsen üblichen
Insektenkost, viel pflanzliche Nahrung. Dabei schonen sie natürlich
nicht die Nutzpflanzen des Menschen und fressen z.B. Tomaten oder
Weintrauben. Deswegen werden sie von den Landwirten mit Gift und
Fallen bekämpft.
Riesenwuchs
Auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und Hierro gibt es endemische
Kanareneidechsen mit Riesenwuchs. Das Gigantismus genannte Phänomen
tritt oft bei Inselformen von Echsen und Nagetieren auf. Inselpopulationen
neigen dazu, deutlich größere Körperformen als
auf dem Festland zu entwickeln. Die Gran Canaria-Rieseneidechse
wird etwa 40 bis 50 Zentimeter lang, während die Hierro-Rieseneidechse
bis zu 75 Zentimeter lang werden kann.
Während die Gran Canaria-Rieseneidechse noch sehr häufig
ist, und vom Menschen auch auf Fuerteventura ausgesetzt wurde,
galten die La Gomera-Rieseneidechse und die Hierro-Rieseneidechse
schon als ausgestorben. In den 70ern entdeckte ein Ziegenhirte
auf Hierro eine Restpopulation der Tiere. Im Juni 1996 entdeckte
ein Biologe im Teno-Gebirge auf Teneriffa Rieseneidechsen. Es
gibt eine Population von 300 bis 500 Tieren. 1999 wurde auch auf
Gomera an einer Steilwand im Valle Gran Rey einige Rieseneidechsen
entdeckt. Sieben Exemplare wurden mit Fallen gefangen und werden
in einem Freilandterrarium im Süden Gomeras vermehrt. Eine
ehemals auf La Palma lebenden Rieseneidechse blieb bisher verschwunden.
Quelle: Wikipedia
Die eigentliche Rieseneidechse konnte bis zu 1,50
Meter groß werden, ist aber schon vor langer Zeit ausgestorben.
Durch die Einführung von Katzen und Ratten einerseits, die
die Eier und die kleinen Eidechsen fressen, und durch den Verlust
von Lebensraum andererseits.
Auf dem Roque Chico gab es bis 1940 noch eine Unterart, die durch
Sammler auf der ganzen Welt ausgerottet wurden.
1974 wurde dann eine weitere Unterart auf dem
Felsen über dem Lagatarium Risco de Tibataje entdeckt. Es
gibt dort immer noch eine natürliche Population von etwa
800 Eidechsen. Vor ca. 20 Jahren wurden drei Eidechsenpaare in
das Centro de Recuperaceon del Agartola für die Aufzucht
runter gebracht.
Dort gibt es sogar die ersten in Gefangenschaft geborenen Tiere.
Die Eidechsen, die ca. 20 Jahre alt sind, sind zwischen 54 und
55 cm lang, bis zu 30 Jahren 65 - 70 cm lang. Diese Angaben gelten
natürlich nur, wenn der Schwanz in Takt ist.
Vielen der Tiere fehlt ein Stück, weil sie
sich bekämpfen. Besonders im Frühjahr und Sommer, wenn
sie aktiv sind. Der Schwanz wächst wieder nach, weil die
Eidechse während ihres ganzen Lebens wächst.
Die gelben Flecken an den Seiten sind typisch für die Endemische
Rieseneidechse und wichtig für die Fortpflanzungszeit zwischen
April und August. Sie werden dann leuchtend gelb, mehr bei den
männlichen Tieren als bei den weiblichen. Nach der Befruchtung
behält die Eidechse die Eier ca. 4 Wochen im Bauch, gräbt
dann einen Tunnel und eine Höhle und legt etwa 8 - 9 Eier,
bedeckt diese dann mit Erde, macht den Gang wieder zu und verlässt
die Eiablage.
Die Rieseneidechse kommt auch nicht wieder, wenn
die kleinen Eidechsen schlüpfen. Von daher werden in diesem
Centrum Brutkästen bei gleich bleibenden 28 - 30 Grab angelegt
und die Kleinen schlüpfen nach ca. 2 Monaten. Im natürlichen
Lebensraum würden sie nach ca. 2 ½ - 3 Monaten schlüpfen.
Bei der Geburt sind sie etwa 12 - 17 cm lang und haben einen kleinen
Dottersack am Bauch, der sie die ersten zwei Wochen mit Nahrung
versorgt.
Sie graben sich senkrecht nach oben heraus. Die schwachen Tiere
bleiben allerdings stecken und sterben. Während der ersten
vier Jahre ernähren sich die Eidechsen hauptsächlich
von Insekten, fressen aber auch Pflanzen, weil diese für
ihren Wassserbedarf brauchen.
Ab etwa 4 Jahren fressen sie auch kleine Mäusebabys,
die noch kein Fell haben. Ab 4 ½ - 5 Jahren sind sie dann
Erwachsen und stellen ihre Ernährung auf eine mehrpflanzliche
Nahrung um, fressen allerdings weiterhin ab und zu Insekten und
kleine Mäuse.
Das Centrum hat seit 1999 ca. 300 Tiere ausgewildert.
Zuerst auf dem Roque Chico, dann im Julan, und zum Schluss in
der Dehesa. An allen drei Stellen wurden kleine Eidechsen gesichtet,
die draußen geboren worden sind, d.h. dass die Wiedereinführung
im Prinzip erfolgreich ist. Es gibt allerdings im Julan und in
der Dehesa verwilderte Katzen, die viele von den Eidechsen fressen.
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Plan zur Wiedergewinnung
der grossen Eidechsen
Einleitung:
Die Bimbachen, Ureinwohner von der Insel EL HIERRO waren Zeugen
der grossen Eidechsen und ihrer Existenz. Sie entwickelten sich
überwiegend in dem vulkanischen "Malpais". Man
nimmt an, dass es Zeiten gab, in denen sich die Menschen von diesen
Tieren ernährt haben.
Die Eidechsen existierten schon bei der Ankunft der Eroberer.
Es bestehen Berichte aus dieser Zeit. Viele Gründe trugen
dazu bei, dass diese Tiere ausstarben, schon in den vierziger
Jahren verschwanden die kleinen Kolonien der Tierwelt im "El
Roque Chico de Salmor" durch die Rücksichtslosigkeit
der Wissenschaftler. Glücklicherweise existiert noch ein
kleiner Bestand, der sich laut Zeugenaussage an einer Steilküste
befindet und für den Menschen nahezu unerreichbar ist.
Heute gilt die Eidechse für alle, vor allem aber für
die Inselbewohner als besonderes Symbol. Dies sollte ein Vorbild
sein für die Entwicklung der Aufgaben zur Wiedergewinnung
und Erhaltung dieser einzigartigen Tiere, die schon fast ausgestorben
waren. Somit können die Eidechsen in ihre alte Gegend wieder
heimisch werden.
Historische Übersicht:
Die ersten Informationen, die man über die Eidechsen von
El Hierro hatte, stammen aus der alten, aus dem 2 Jhd. Detierenden
Chronik des Königs Juba 2. Sie wurden von Plinio in seinem
Werke zur Naturgeschichte aufgegriffen, wo man über eine
Insel spricht, die voll von Eidechsen gewesen sein soll. Obwohl
man nicht sicher weiss, ob es sich um diese oder einer der anderen
Inseln handelt. Der erste konkrete und älteste Bericht bezüglich
der grossen Eidechsen stammt aus der französischen Chronik
der Eroberer der Insel El Hierro im Jahre 1404. darin wurde erwähnt,
dass die Eidechsen die Grösse einer Katze hätte und
nicht gefährlich sei. Ausserdem seien sie nicht hässlich
anzuschauen. Spätere Reisende berichteten, dass die Eidechsen
im Roque Chico de Salmor, eine Länge von 0,83 m gehabt hätten
und Manrique und Saavedra beschrieben sie als beleibte und gefährliche
Tiere.
Auf Grund ihrer Anpassungsfaehigkeit lebten die Eidechsen fast
auf der ganzen Insel, sind aber schon seit mehr als Einhundert
Jahren ausgestorben. Die Eidechsen, die im Roque Chico de Salmor
lebten, starben 1940 aus. Sie wurden vom Menschen ausgerottet.
Durch verschiedene Aussagen der Schäfer, die im RISCO DE
TIBATAJE verkehrten, wusste man trotzdem von der Existenz der
Eidechsen. Einer von ihnen war sogar in der Lage eine Eidechse
einzufangen. Diese Informationen und andere, sowie tote Eidechsen(durch
Hunde getötet), Ausscheidungen grösserer Exemplare benutze
Salvador um seine Arbeit zu schreiben, in der er die Populationsentwicklung
untersucht.
Der berühmte Reptilzüchter Werner Bings organisierte
1974 eine Reise auf die Insel El Hierro, um die Spuren der Eidechsen
zu verfolgen. Er brachte eine leere Schachtel Streichhölzer
mit, die eine tonartige Masse enthielt. Er nahm an, dass es sich
um eine Ausscheidung dieser Tiere handelte. Sein Sohn erkrankte
und somit musste er die Insel wieder verlassen. Noch am gleichen
Tag gelang es dem Ziegenhirt, Pedro Perico Perez, auf seinen Auftrag
hin, ein Paar Eidechsen zu fangen. Ohne Zweifel konnte man die
obengenannten Exkremente der Eidechsen erkennen, die man vorher
schon merhmals in der Fuga de Gorreta beobachtet hatte.
Die zuständige Behörde konnte die Eidechsen in Beschlag
nehmen und sie wurden an ihren ursprünglichen Platz gebracht.
Diese Gegend ist unter Naturschutz gestellt und somit der Zugang
verboten.
Ein Jahr später, 1975, machten Boehme und Bings diese unerwartete
Entdeckung in der Wissenschaftswelt bekannt.
Im Jahre 1985 wurde ein Männchen, zwei Weibchen und ein Jungtier
eingefangen, die man in einem Terrario aufbewahrte, das ebenso
als Brutkasten benutzt wurde. Ausserdem wurden Tier gezüchtet,
um die Eidechsen zu ernähren.
Als erstes galt es die Fortpflanzungsweise der Tiere zu erforschen.
Zwischen dem 3.Juni und 15-Juli 1986, wurden 21 Eidechsen geboren.
Der nächste Schritt war die Umgebung und die Ökologischen
Anforderungen dieser Spezies zu untersuchen.
Verbreitung in der Vergangenheit:
Die historischen Berichte in Bezug auf die konkrete Verbreitung
der grossen Eidechsen auf der Insel sind nicht mehr sehr genau,
und wenn überhaupt, berichten sie nur über die im Roque
Chico de Salmor. Herr von Fritsch gibt 1967 Auskunft über
die orientalischen Zonen der Insel. Die Studie von Dr. Castillo,
die finanziell vom Verwaltungsrat der "medio Ambiente"
unterstützt wurde, ermöglicht es 1996, die Populationsdichte
auf der ganzen Insel ganz genau nachzuvollziehen. Einige Exemplare
lebten sogar in nordorientalischen Zonen. Aus dieser Studie ergab
sich, dass die grosse Eidechse überwiegend im Ökosystem
der basischen Erdschicht gelebt hat. Die grosse Eidechse lebte
mit einer Kleinen (Gallotia Caesaris) und anderen Arten zusammen.
Diese zuletzt genannte Eidechse erreichte eine Länge von
120 cm, und ausserdem hatte sie einen unterschiedlichen Rang in
der Höheneinteilung zwischen dem Norden und im Süden,
wo keine Heide und keine Lorbeerbäume existierten, aber Kiefern
in den südlichen Abhängen.
Aktuelle Aufteilung:
Die einzige Kolonie der Eidechsen, die überlebt hat, befindet
sich heute in einer kleinen Zone im nordwestlichen Teil der Insel,
an einer steinigen Steilküste, die fast unerreichbar ist:
die Fuga de Gorreta. Sie steht unter Naturschutz. Dieses Gebiet
reicht von 150 bis 650 m über dem Meeresspiegel und der Bestand
schwankt laut Näslund, Bischof zwischen 1000 und 1600 Stück.
Die Eidechsen haben ihren Lebensraum erweitert. Dank der Massnahmen,
die von dem Verwaltungsrat getroffen wurden, steht dieses Gebiet
nun unter Naturschutz. Der Zugang für die Menschen ist verboten.
Juan Pedro Perez, der Enkel von Cabrero, berühmter "luchador",
war der Erste, der ein Eidechsenpaar eingefangen hat. Er ist heute
der Betreuer dieses oben genannten Gebietes. Durch seine ausgeprägte
Ortskundigkeit und Ausdauer ist er durchaus in der Lage dieses
steinige Gebiet zu durchgehen. Bei der regelmässigen Inspektionen
ist er unabkömmlich. Mit seinem einzigen Werkzeug, einer
Fahnenstange aus Holz, mit einer Spitze aus Eisen, überwindet
er Mauern und anderes schwer begehbares Gelände, um das geheimnissvolle
Leben der Eidechsen zu erobern.
Gründe für das Aussterben:
Die Faktoren, die zu der Aussterbung dieser Gattung beigetragen
haben, und immernoch bestehen, sind folgende:
Die Einschränkung ihres Biotops, durch vom Menschen eingeführte
Wildkatzen, die die Eidechsen dezimieren, die Konkurrenz um Nahrung
zwischen Eidechsen und Ziegen, die Konkurrenz zwischen den jungen
Eidechsen und den Schwarzen. Ein weiteres Problem ist die intraspezifische
Konkurrenz, hervorgerufen durch fehlende genetische Vielfalt und
geringe Echsenzahl.
Die Charaktereigentschaften dieser Gattung:
Die grosse Eidechse von El Hierro ist ziemlich robust und hat
eine braunliche Farbe, die während der Fortpflanzung deutlich
zitronenfarbende Flecken aufweisst. Die erwachsenen Exemplare
werden nicht grösser als 60 cm und haben normalerweise ein
Gewicht von 400 Gramm. In der freien Wildbahn können lebende
Exemplare eine Länge von 75 cm erreichen. Die männliche
Eidechse hat einen grösseren Kopf als das Weibchen. Ihr Schwanzansatz
ist dicker und ihr Wachstum stärker. Die Nachkommen sind
bei der Geburt braun, ihre Rückenstreifen sind deutlich sichtbar
und haben gelbliche Flecken an beiden Seiten. Nabelschnur und
Reste der Fruchtblase trocknen nach der Geburt aus, fallen ab
und die entgültige Nabelöffnung bildet sich. Nach 10
Tagen sind sie in der Lage sich alleine zu ernähren und nach
40- 60 Tagen wechseln sie ihre Farbe. Mit 4 Jahren verdunkelt
sich ihre Farbe durch Hormonregulierung und erreichen der sexuellen
Reife. In dem Forschungszentrum existieren z.T. 340 Individuen,
die von 5 anderen Eidechsen abstammen. Zu Beginn der Studie wurden
sie 1985/88 in der Fuga Gorreta eingefangen. Im Jahre 1996 wurden
sie als Zuchttiere benutzt.
Die Eidechsen sind mit einem Mikrochip gekenntzeichnet, indem
er subcutan in der Halszone eingeführt wird. Das erlaubt
eine vollständige genetische Rassenmischung und andere interessante
wissenschaftliche Merkmale.
Obwohl die Lebenserwartung der Eidechsen noch nicht genau festegestellt
wurde, weiss man, dass einige, besonders die in Gefangenschaft
leben, 20 Jahre alt werden können. Das Alter der freilebenden
Tiere ist sehr wahrscheinlich geringer und wird durch Feinde,
Krankheiten, Nahrung usw. eingeschränkt.
Die Ernährung der Eidechsen ist vorwiegend vegetarisch, obwohl
sie ursprünglich Allesfresser sind.
Gesetzlicher Status:
Zur Zeit ist die grosse Eidechse das Reptil, welches am grössten
bedroht ist.
Text Miguel Angel Rodriguez Dominguez. Biologo
Übersetzung: Renate Schiele
Adresse für Informationen:
Centro de Reproduccion del Lagarto Gigante de El Hierro
Excmo. Cabildo Insular de El Hierro
Frontera 38911 El Hierro Islas Canarias
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