
Lanzarote
ist die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen
Inseln, die im Atlantischen Ozean eine von Spaniens siebzehn autonomen
Regionen bilden. Lanzarote liegt rund 140 Kilometer westlich der
marokkanischen Küste und rund eintausend Kilometer vom spanischen
Festland entfernt. Bei einer Fläche von 845,94 Quadratkilometern
hat sie einen Flächenanteil von 11,29 Prozent an der Gesamtfläche
aller Kanaren.
Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der
UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Das
Klima ist das ganze Jahr über angenehm, was den Kanarischen
Inseln den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings"
eingebracht hat. Das Meer gleicht die Temperaturen aus und die
Passatwinde halten die
heißen
Luftmassen aus der nahen Sahara weitgehend (gelegentlich zeigt
sich der Scirocco) fern. Fuerteventura ist mit 147 mm pro Jahr
im Kanarenvergleich sehr niederschlagsarm. Die Wolken ziehen darüber
hinweg, weil die Berge zu niedrig sind. Verstärkt durch die
Sünden der Vergangenheit (Brennholzgewinnung, Haltung freilaufender
Ziegen) wirkt sich dies in jüngster Zeit besonders auf die
Landwirtschaft aus - der Tomatenanbau wurde aufgegeben, nur Aloe
Vera wird noch angebaut. Man spricht von Halbwüste mit Tendenz
zur Wüste. Die Palmen und anderen Gewächse, die man
auf Postkarten sieht, werden fast ausschließlich künstlich
aus den Abwässern der Hotels bewässert. Die teilweise
sehr starken Regenfälle in den Wintermonaten fließen,
begünstigt durch die fehlende Vegetation, größtenteils
ungenutzt und ungebremst ins Meer ab. Die Erosion ist erschreckend
hoch. Speicherbecken füllen sich immer wieder mit Material
auf, müssen ausgebaggert oder neu angelegt werden. Ein besonderes
Wetterphänomen ist der Scirocco, in Spanien auch Leveche
genannt, ein heißer Südostwind aus der Sahara. Während
des Scirocco steigt die Temperatur manchmal sprunghaft um 10 °C
und die Luft wird extrem trocken. Der Wind bringt neben feinem
Sand, der den Himmel verdunkelt und die Sicht auf 100 bis 200
Meter senkt, auch afrikanische Wanderheuschrecken sowie andere
Insekten mit sich. Beim letzten Wetterphänomen im Jahre 2003,
dem so genannten Calima, konnte man nachts, wegen der vielen Insekten,
kaum die Straßenbeleuchtungen erkennen.