Aufstieg
auf den höchsten Berg Spaniens
Die
Wanderroute: Canadas-Straße, km 40 - Huevos del Teide - Montana
Blanca - Refugio de Altavista - Cueva del Hielo - Teide und zurück.
Ausgangspunkt:
Canadas-Straße bei Km 40, 2350 m (zwischen El Portillo, 8
km, und Teleférico, 2,5 km), am Abzweig des Fahrweges Richtung
Teide (Tafel).
Gehzeiten:
Canadas-Straße - Pfadabzweig an der Montaña Blanca
1¼ Std., Aufstieg zum Refugio de Altavista 1¼ Std.,
Refugio de Altavista - Bergstation Teide- Seilbahn 50 Min., Bergstation
- Teide- Gipfel 20 Min., Abstieg 2½ Std.; Gesamtzeit 6¼
Std.
Höhenunterschied:
1400 m (bis Refugio de Altavista gut 900 m).
Anforderungen:
Bis zur Montana Blanca gemütlicher Anstieg auf Fahrweg, dann
überwiegend steiler Geröllanstieg, der letzte Gipfelanstieg
sollte bei Sturm unbedingt gemieden werden (teils sehr abschüssig).
In den Wintermonaten muss man mit Schnee, häufig auch mit pickelhart
gefrorenen Eisplatten rechnen, die den Aufstieg wesentlich erschweren
bzw. nur mit entsprechender Ausrüstung (Steigeisen, Pickel)
möglich machen.
Bei
ungünstigen Wetterverhältnissen (Nebel, Schnee, Eis, Sturm)
ist unbedingt von einer Besteigung des Teide abzuraten. Nicht zu
spaßen ist mit der Höhenkrankheit: Wenn während
des Anstieges Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auftreten,
sollte man eine Pause einlegen - wenn keine Besserung eintritt,
kehrt man besser um.
Einkehr
und Unterkunft: Refugio de Altavista, 3260 m. Die 1893 gegründete
Schutzhütte des Cabildo ist in der Regel von Ende März
bis Oktober bewartet (Tel. 922 /239811, 50 Betten, fließendes
Wasser, Kochgelegenheit, Wolldecken, Notlager im Nebengebäude
ganzjährig offen). Eine Reservierung ist unbedingt zu empfehlen;
wenn die Betten belegt sind, muss man am Boden oder im Freien schlafen
(bes. Juli-September großer Andrang).
Seilbahn:
Der Betrieb der Teide-Seilbahn (erste Bergfahrt 9 Uhr, letzte Talfahrt
17 Uhr) wird bei Sturm und bei Schnee/Eis am Gipfel eingestellt
- erkundigen Sie sich also unbedingt vor Beginn der Tour, ob die
Seilbahn in Betrieb ist, falls Sie beabsichtigen, mit dieser abzufahren
(Tel. 922 69 40 38).
Wichtige
Hinweise: Der Weg von der Seilbahn- Bergstation zum Gipfel (Telesforo
Bravo) ist aus Naturschutzgründen gesperrt - wer also nicht
auf die letzten 160 Höhenmeter und auf das Gipfelerlebnis verzichten
will, der muss zuvor persönlich eine Sondergenehmigung im Oficina
del Parque Nacional, Calle Emilio Calzadilla 5, 4. Stock, Santa
Cruz beantragen (Pass und Pass-Kopien von Begleitpersonen nicht
vergessen; Mo-Fr 9-14 Uhr geöffnet).
Warme
Kleidung, Wind-/Regenschutz, Handschuhe und Mütze (auch im
Sommer) und ein guterSonnenschutz werden dringend empfohlen. Ausreichend
Verpflegung und reichlich Getränke müssen mitgenommen
werden, da das Refugio de Altavista nicht bewirtschaftet ist. Für
den frühmorgendlichen Aufstieg von der Hütte zum Gipfel
ist eine Taschen- oder Stirnlampe erforderlich.

Der
hell leuchtende, im Winter mitunter schneebedeckte Pan de Azúcar,
das Erlebnis eines noch nicht zur Ruhe gekommenen, von Schwefeldämpfen
umwallten Vulkans und nicht zuletzt die Tatsache, auf dem höchsten
Berg der Kanaren, ja ganz Spaniens zu stehen, all das mag die Faszination
dieses grandiosen Gipfels ausmachen - vor allem aber eines: der
nahezu unbegrenzte Ausblick über Teneriffa, bei sehr guter
Sicht sogar über den ganzen Kanarischen Archipel hinweg bis
nach Afrika. So ist es kein Wunder, daß die Besteigung des
Teide ein Wunschtraum vieler Teneriffa-Urlauber ist.

Wegen
des nachhaltigeren Erlebnisses sei dem Gipfelaspiranten empfohlen,
die knapp 4-stündige Teide-Besteigung auf zwei Tage zu verteilen:
Am ersten Tag (nachmittags) erfolgt der anstrengende Aufstieg zur
Altavista-Hütte. Am nächsten Tag stolpert man noch im
Dunklen los, damit man rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel
ist - ein unvergessliches Naturschauspiel: Binnen weniger Minuten,
nach und nach, taucht die Sonne die ganze Insel in ein tiefrotes
Licht; zuerst den Teide, später die Calderarand-Berge, schließlich
auch die Cañadas und das Anaga-Gebirge - der Teide-Schatten
reicht zu dieser Zeit bis zur etwa 50 km entfernten Nachbarinsel
La Gomera. Gigantisch!
An
der Canadas-Straße, bei km 40 (Parkmöglichkeiten, keine
Wertsachen im Wagen zurücklassen!), beginnt der ausgeschilderte
Fahrweg Richtung Teide (nach 100 mSchranke). Er führt gemütlich
durch hellbeige Bimssandhänge bergan. Nach einer Viertelstunde
ignorieren wir einen rechts abzweigenden Fahrweg, 25 Minuten später
mündet bei zwei Metallpfosten von scharf rechts ein Weg von
El Portillo ein (100 m danach rechts unterhalb des Fahrwegs eine
winzige, einfache Schutzhütte).
Der
Fahrweg zieht nun in weiten Schleifen durch die hellen Bimshänge
der Montaña Blanca hinauf, schon nach wenigen Kehren kommen
wir an den Huevos del Teide (»Teide-Eier«) vorbei. Nach
insgesamt 1¼ Stunden zweigt dann in gut 2700 m Höhe
unweit vom Gipfel der Montaña Blanca rechts der ausgeschilderte
Pfad zum Refugio de Altavista ab. Er steigt steil, in Serpentinen
über einen ockerfarbenen Geröllhang an, links davon zieht
ein dunkles Lavafeld herab.
Nach
etwa einer halben Stunde haben wir die steilste Hangpartie hinter
uns und gelangen auf eine kleine Hangverflachung mit riesigen, runden
Felsblöcken, die Estancia de los Ingleses (»Aufenthalt
der Engländer«). Der Weg führt nun durch ein lang
gestrecktes Tiefblick auf die Cañadas - in der Mitte die
Roques de García. Das Refugio de Altavista. Ginsterfeld,
das wir nach einer Viertelstunde nach links verlassen.
Nun
geht es in anfangs weiten Serpentinen, dann wieder etwas steiler,
über die Estancia de los Alemanes, hinauf zum Refugio de Altavista,
3260 m, das erst zuletzt vor uns auftaucht. Links der Hütte
setzt sich der breite, teils gepflasterte Weg zum Gipfel fort. Er
steigt gelegentlich steil an und führt durch einen Lavastrom.
Nach
etwa 20 Minuten zweigt unmittelbar nach einer scharfen Linkskurve
rechts ein Pfad durch Lavabrocken zur nahen Cueva del Hielo ab (1
Min.) - auf einer Eisenleiter kann man in die »Eishöhle«
hinabsteigen, in der Eiszapfen von den Wänden herabhängen
und nahezu ganzjährig Schnee liegt. Die Gänge der ausgedehnten
Lavastromhöhle sind wenigstens 50 m lang.
Wieder
zurück von der Cueva del Hielo, steigen wir weiter auf dem
Hauptweg an. Der Pan de Azúcar (»Zuckerhut«),
die hell leuchtende Gipfelhaube des Teide, kommt nun in Sicht. Nach
einer guten Viertelstunde erreichen wir eine Hangverflachung, die
Rambleta, und treffen dort auf den quer führenden Panoramaweg.
Nach rechts gelangt man zum Mirador de la Fortaleza, der einen wunderschönen
Blick auf den Osten der Insel, insbesondere auf das Orotava- Tal
offeriert. In der Gegenrichtung gelangt man nach einer knappen Viertelstunde
zur Bergstation der Teide-Seilbahn, 3555 m.
50
m vor der Bergstation zweigt rechts der steile Weg zum Gipfel ab.
Er ist ebenfalls teils gepflastert, im obersten Abschnitt ist er
kurz etwas luftig. Am Rand des hellen, von Schwefeldämpfen
erfüllten Kraters rechts haltend, gelangen wir zum Gipfel des
Pico del Teide und genießen von dort den beinahe unendlichen
Ausblick auf Teneriffa und die Inselwelt der Kanaren.
|